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Portrait

Die Erfahrungen von Ute Schuhmacher

Ute Schuhmacher ist 63 Jahre alt und verheiratet. Als sie vor 17 Jahren das erste Mal erkrankte, hatte sie große Sorgen um ihre drei damals noch minderjährigen Kinder. 2010 bekam sie ein Rezidiv. Sie hat 13 Operationen hinter sich und hofft, dass ihr keine weiteren bevorstehen.

Als Ute Schuhmacher 1996 von der Erstdiagnose erfuhr, befürchtete sie, wie ihre zuvor an Leberkrebs erkrankte Nachbarin nur noch ein Jahr zu leben. Sie machte sich große Sorgen, was aus ihren Kindern werden solle, von denen das jüngste neun Jahre alt war. Sie ist sehr dankbar, dass sie weiterhin leben darf.

Ute Schumacher berichtet, dass bereits bei der Erstdiagnose mehrere Operationen nötig waren, so dass sie sich wie eine Salami vorgekommen sei, von der alle drei Tage eine Scheibe abgeschnitten wird. Sie entschied sich, die ganze Brust abnehmen zu lassen.

Ihr Aussehen hat sie nach der Brustoperation zunächst als hässlich empfunden. Mit dem durchgeführten Brustaufbau mit Muskelgewebe und Kochsalzkissen ist sie sehr zufrieden gewesen. Als nach zehn Jahren das Kochsalzkissen durch ein Silikonkissen ersetzt wurde, waren wegen Komplikationen wieder mehrere Operationen notwendig. 14 Jahre nach der Ersterkrankung wurde ein Rezidiv festgestellt und sie musste erneut operiert werden. Kurz darauf kam es zu vermehrter Lymphflüssigkeitsbildung in der Brust, woraufhin sie ein viertel Jahr lang punktiert wurde. Einige Zeit später ist Eiter in der Brust festgestellt worden und das Silikonkissen musste entfernt werden. Seither trägt sie eine Prothese und denkt darüber nach, wieder ein Silikonkissen einlegen zu lassen.

Die Angst vor einer Neuerkrankung bleibt bestehen, sie fühle sich jedes Mal wie erlöst, wenn die Untersuchung ohne Befund ist, berichtet Ute Schuhmacher. Viel Sport habe ihr geholfen, sich nach den Operationen schnell wieder zu erholen. Als sie von der Bestrahlung offene, nässende Stellen bekam, hat sie versucht, die Haut durch Quarkwickel und Schwarzteebeutel zu beruhigen. Beim Auftreten des Rezidivs war sie schon viel besser informiert als bei der Ersterkrankung, was sie als sehr hilfreich empfand.

Ute Schumacher schaut nach vorne. Es gibt ihr Kraft zu wissen, dass ihre Familie und die Selbsthilfegruppe hinter ihr stehen. Ihr starker Willen zu leben und für ihre Familie durchzuhalten, halfen ihr, die immer wiederkehrenden Behandlungen nicht abzubrechen.

Das Interview wurde Anfang 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Ute Schuhmacher

Für Ute Schuhmacher gilt es, nach der Diagnose einen klaren Kopf zu bewahren.

Ute Schuhmachers Haut war durch die Bestrahlung völlig weg. Vier Wochen später ist sie wieder zugeheilt.

Ute Schuhmacher denkt über einen Brustaufbau nach, um sich wieder wie eine Frau zu fühlen.

Für Ute Schuhmacher war es jedes Mal eine Überwindung, die Prothese in den BH zu schieben.

Ute Schuhmacher spürte beim Duschen einen Knoten in ihrer Brust.

Ute Schuhmacher weiß, dass man immer wieder aufsteht und nicht am Boden liegen bleibt.

Ute Schuhmacher hat das Gefühl, durch die Misteltherapie mehr Abwehrkräfte zu haben.

Auf die Frage, warum sie erkrankt ist, gibt es für Ute Schuhmacher keine Antwort. Sie schaut nach vorne.

Ute Schuhmacher fühlt sich empfindlicher und schneller verletzt als früher.

Ute Schuhmacher klagte gegen die Abgabe des Behindertenausweises und konnte mit 60 in Rente ohne Abstriche.

Ute Schuhmacher erzählt von der Unsicherheit, wie lange sie noch leben wird.

Ute Schuhmachers Sohn wollte den Studienplatz absagen, aber sie riet ihm, anzunehmen, es sei sein Leben.

Ute Schuhmacher trägt den Krebs wie in einem Rucksack, den man nicht in eine Ecke stellen kann.

Ute Schuhmacher kann mit dem rechten Arm nicht mehr alles machen, habe aber immer noch eine hohe Lebensqualität.

Ute Schuhmacher war nicht ganz von der Rolle, als sie von dem Rezidiv erfuhr, denn die Kinder sind selbstständig.

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