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Die Erfahrungen von Monika Hechstein

Portrait Nach ihrem 50. Geburtstag erhielt Monika Hechstein eine Einladung zur Mammographie, bei der eine Auffälligkeit festgestellt wurde. Eine Biopsie und ein CT führten 2011 zur Diagnose eines bösartigen Tumors. Zu diesem Zeitpunkt war die heute 51-Jährige aufgrund einer anderen Erkrankung bereits in Frührente. Sie lebt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung.

Als Monika Hechstein von ihrer Ärztin erfuhr, dass der Tumor brusterhaltend entfernt werden könne, entschied sie sich innerhalb von 15 Minuten für die Abnahme der kompletten Brust – mit der Hoffnung, dass die Krebsbehandlung damit abgeschlossen sei. So eine klare Entscheidung habe sie noch nie zuvor in ihrem Leben gefällt, berichtet sie, was sie bis heute nicht bereut. Momentan hat sie noch große Angst vor einer Brustaufbau-Prozedur und will sich erst noch intensiver darüber informieren.

Da ihr eine schnelle Operation sehr wichtig war, wollte Monika Hechstein nicht das Risiko einer Erkältung eingehen und hielt nur noch telefonischen Kontakt zu ihren Freunden. Sie erzählt, dass sie weder nach Gründen für den Krebs suche, noch wolle sie die Krankheitserfahrungen anderer Brustkrebspatientinnen hören. Aus diesem Grund lehne sie auch einen Reha-Aufenthalt ab. Für sie sei es besser, sich vor zu vielen Informationen zu schützen. Mit ihrer Familie kann Monika Hechstein nicht über ihre Krebserkrankung sprechen. Darüber ist sie sehr traurig.

Durch die Operation hat sie sich ganz neu mit ihrer Weiblichkeit auseinandergesetzt. Als Heranwachsende dachte sie, transsexuell zu sein und im falschen Körper zu leben. Erst durch die Abnahme der Brust habe sie gemerkt, dass ihr nun doch etwas fehle. Dies löste bei ihr das Gefühl aus, eine Frau zu sein, was sie vorher so noch nicht gekannt habe.

Im Hinblick auf ihre Partnerschaft sei es anfangs nicht leicht gewesen, körperliche Nähe zuzulassen, meint Monika Hechstein. Das Sich-Berühren-Lassen musste erst nach und nach wieder „erwachen“. Ihre Partnerin half ihr, indem sie ihr das Gefühl gab, trotz der fehlenden Brust immer noch derselbe liebenswerte Mensch zu sein.

Monika Hechstein beschreibt sich selbst als Kämpfernatur. Sie spricht zwar in der Vergangenheitsform von ihrer Krebserkrankung, doch betont sie gleichzeitig, dass trotz allem ein kleines Restrisiko bleibe – besonders im Kopf. Auch mit dem Thema Tod müsse sie sich noch auseinandersetzen, das sei schwer, sagt sie.

Das musikalische und künstlerische Aufarbeiten ihrer Gefühle und Erfahrungen war für Monika Hechstein der zentrale Weg ihrer Krankheitsbewältigung. Das Interview beendet sie mit einem selbstkomponierten Lied.

Das Interview wurde Anfang 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Monika Hechstein

Monika Hechstein findet, dass zu viele Informationen sich nachteilig auswirken können.

Monika Hechstein spricht mit der Psychoonkologin über Themen, die nicht nur den Brustkrebs betreffen.

Aus Selbstschutz liest Monika Hechstein nichts im Internet. Betroffenenberichte verunsichern sie.

Monika Hechstein hätte sich gefreut, wenn die Familie im Krankenhaus da gewesen wäre. Das war nicht der Fall.

Die Musikerin Monika Hechstein kann nicht mehr Akkordeon spielen, aber viele andere Instrumente.

Monika Hechstein dachte nicht darüber nach, wie die Brust nach der Operation aussehen wird.

Monika Hechstein wusste in der ersten Zeit nach der Brustoperation nicht, was sie anziehen sollte.

Monika Hechstein dachte früher, sie lebe im falschen Körper und fühlt sich nach der Brustabnahme als Frau.

Monika Hechstein fand die Badeanzüge für Prothesen omamäßig und entwickelte eine kreative Lösung.

Monika Hechstein erhielt per Post eine Einladung zum Mammographie-Screening.

Um die Diagnose für sich selbst zu verarbeiten, zog sich Monika Hechstein von ihrem Umfeld zurück.

Am Anfang war Monika Hechstein zurückhaltend, heute lebt sie ihre Sexualität wie vor der Erkrankung.

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