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Die Erfahrungen von Marion Pfulding

Portrait Marion Pfulding ist zum Zeitpunkt des Interviews 54 Jahre alt. Sie lebt alleine und arbeitet in einer leitenden Position. Sich während der Behandlung beruflich „abgeschnitten“ zu fühlen, war für sie schwierig.

Da Marion Pfuldings Mutter vor mehr als 35 Jahren an Brustkrebs verstarb, war es ihr ein Anliegen, regelmäßig die Früherkennungsuntersuchungen wahrzunehmen. Es gab allerdings eine Unterbrechung, als sie in eine andere Stadt umzog. Sie musste sich neue ÄrztInnen suchen und wurde aufgefordert, zur Mammographie in ein Brustzentrum zu gehen, da sie inzwischen 50 Jahre alt geworden war. Bis die Verdachtsdiagnose durch die Biopsie bestätigt wurde, lenkte sie sich beim Wandern mit Freundinnen ab. Eine Chemotherapie, eine brusterhaltende Operation, sowie eine Bestrahlung folgten. Um der Erschöpfung durch die Strahlentherapie entgegenzuwirken, meldete sie sich in einem Sportstudio an. Eigentlich hasse sie Sport, erzählt Marion Pfulding, aber sie wollte ihr Programm unbedingt durchziehen: Nach jeder Bestrahlung 20 Minuten Übungen und dann eine Stunde Hinlegen im Ruheraum.

Während sie krankgeschrieben war, erhielt sie viele Briefe und regelmäßig Blumensträuße von Familie, FreundInnen und ArbeitskollegInnen. Die Briefe sammelte sie in einer Kiste mit „K“ für „Krebs“ darauf; diese nimmt sie immer wieder zur Hand. Die schriftliche Anteilnahme und Anrufe von ihren Lieben waren für sie sehr wichtig.

Marion Pfulding erlebte zwei „Glücksfälle“: Eine gute Freundin begleitete sie zu allen ihren Arztterminen. Dafür ist sie ihr sehr dankbar. Vermittelt durch die behandelnde Oberärztin lernte sie ihre „Chemofreundin“ kennen und es entwickelte sich eine „wunderbare Freundschaft“. Sie berichtet, dass sie gemeinsam Etappenziele gefeiert hätten, sich gegenseitig stützten und sich über Nebenwirkungen, Befindlichkeiten und praktische Dinge austauschten, ohne den Humor zu verlieren.

Marion Pfulding liebt ihren Beruf. Während ihrer Behandlungszeit hätte sie sich gewünscht, von zuhause aus ein wenig arbeiten zu können und sich angebundener an ihren Arbeitsplatz zu fühlen. Es belaste sie, beweisen zu müssen, dass sie für ihre leitende Position noch einsetzbar ist und sich dafür zu rechtfertigen, trotz der Krebserkrankung gerne und viel zu arbeiten.

Ihr Leben und ihr Denken habe sich durch die Erkrankung nicht verändert. Zu tun, was ihr Freude bereite, war vor der Erkrankung und auch während der Behandlung stets selbstverständlich für Marion Pfulding. Das Gefühl, dass das Leben endlich ist und die Dankbarkeit über den guten Behandlungsverlauf möchte sie aber verinnerlichen.

Das Interview wurde Anfang 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Marion Pfulding

Marion Pfulding erzählt, wie sie gleich nach der Bestrahlung ins Sportstudio geht.

Marion Pfulding kritisiert die Qualität der Beratung und den Umgang mit dem Thema Krebs im Perückenstudio.

Marion Pfulding beschreibt die Markierung des Sentinel als traumatisch.

Marion Pfulding geht bei den Behandlungen Schritt für Schritt vor und kümmert sich um Details, wenn es so weit ist.

Marion Pfulding erzählt, dass Sport sie nicht glücklich mache.

Marion Pfulding hatte einen Tastbefund in ihrer Brust, aber keinen Knoten.

Marion Pfulding bejahte aktiv, durch die Behandlung gehen zu wollen.

Um sich nach der Chemo-Infusion wieder aufzubauen, erstellte sich Marion Pfulding ihren ganz persönlichen Plan.

Das Ausgegrenztsein von der Arbeit hat Marion Pfulding belastet.

Marion Pfulding findet, dass man den Krebs ansprechen soll. Es sei eine Krankheit, die Jede treffen könne.

Marion Pfulding bekam widersprüchliche Informationen und wünscht sich eine feste Ansprechperson.

Marion Pfulding mag keine Chats und besorgte sich Informationen über die Broschüren der Krebshilfe.

Marion Pfulding und ihre „Chemofreundin“ stützen sich gegenseitig.

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