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Die Erfahrungen von Irmgard Hansen

Portrait Irmgard Hansen ist zum Zeitpunkt des Interviews 80 Jahre alt und berentet. Sie ist verwitwet, Mutter zweier Kinder und dreifache Oma. Mit 69 bekam sie die Diagnose Brustkrebs. Ihre positive Lebenseinstellung mache 80 Prozent ihrer Gesundheit aus.

Nachdem sich Irmgard Hansen im Jahr 2000 an einem Türrahmen stieß, wurde sie auf einen Knoten an ihrer rechten Brust aufmerksam, woraufhin ihr Gynäkologe eine Mammographie durchführte – ohne auffälligen Befund. Als dieser Knoten größer wurde, suchte sie 2002 erneut ihren Frauenarzt auf. Nach einer Biopsie wurde Brustkrebs diagnostiziert und brusterhaltend operiert. Die nächsten fünf Jahre nahm Irmgard Hansen Tamoxifen. Sie erhielt eine Bestrahlung und war in dieser Zeit sehr müde und ihre Brust war wie „braunes Pergamentpapier“. Dass sie sich sechs Wochen lang nicht duschen, sondern nur waschen und pudern konnte, war für Irmgard Hansen furchtbar. Sorgfältiges Einölen der Brust ließ diese dann wieder glatt und heller werden.

Als Irmgard Hansen ihren Bekannten von ihrem Brustkrebs und der anstehenden Operation berichtete, waren diese über ihre Gefasstheit überrascht. Sie habe den Krebs und sich nie „tragisch“ genommen, erzählt sie. Für das Personal während ihres Krankenhausaufenthaltes ist sie vollen Lobes. Sie hat die Einstellung: „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus.“ Zur Abklärung von Metastasen wurde ein CT durchgeführt. Als sie dann erfuhr, keine Metastasen zu haben, weinte sie Freudentränen.

Als vor zwei Jahren ihre Tumormarker erhöht waren, beschloss Irmgard Hansen, in Absprache mit ihrem Gynäkologen, keine weiteren Untersuchungen und Behandlungen durchführen zu lassen. Aufgrund ihres Alters würde sie sich im Falle einer erneuten Erkrankung keiner Chemotherapie unterziehen und lehne es ab, viele Medikamente zu nehmen, sagt sie.

Während der Erkrankung wurde Irmgard Hansen durch ihre Familie sehr unterstützt und auch durch ihren großen Bekanntenkreis erfuhr sie sehr viel Anteilnahme.

Sie beschreibt sich als „richtige Genießerin“: sie esse zwar gesund, doch auf ein Gläschen Rotwein und eine Zigarette verzichte sie auch heute nicht. Ihr Hauptaugenmerk möchte sie im Alter nicht auf Krankheiten und negative Themen richten. Sie liebe es, unter Menschen zu sein, zu lachen und verschiedene Veranstaltungen zu besuchen. Irmgard Hansens persönliches Lebensmotto ist: „Ist der Himmel grau, dann suche ich das Himmelblau.“

Das Interview wurde Ende 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Irmgard Hansen

Irmgard Hansens Brust war während der Bestrahlung wie braunes Pergamentpapier. Heute ist die Haut wieder glatt.

Irmgard Hansen bekommt zu hören, dass sie mit Brustkrebs nicht mehr auf Brautschau gehen könne.

Irmgard Hansen jammert nicht vor ihren Kindern und versucht, aus Allem etwas Gutes zu machen.

Die achtzigjährige Irmgard Hansen geht nicht mehr zur Nachsorge, denn sie würde sowieso nichts mehr machen lassen.

Irmgard Hansen hat Schmerzen an den Narben bei der Mammographie, das Brust-MRT erträgt sie dagegen besser.

Irmgard Hansen schlief während des Knochenszintigramms ein.

Seit dem Krebs schätzt Irmgard Hansen alles viel mehr, was ihr Spaß macht.

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