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Die Erfahrungen von Gabriele Ohler

Portrait Gabriele Ohler ist zum Zeitpunkt des Interviews 48 Jahre alt, verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Sie wurde brusterhaltend operiert, es folgten Chemotherapie, Bestrahlung und eine Hormontherapie. Sie entschied sich zudem für eine Misteltherapie. Ein Jahr nach der Diagnose stieg die sportlich sehr aktive und gesundheitsbewusste Frau wieder in ihren pädagogischen Beruf ein.

Im Sommer 2010 wurde bei Gabriele Ohler im Rahmen einer zufallsmäßigen Untersuchung der Brustkrebs entdeckt. Die Diagnose erhielt sie in Anwesenheit ihrer Mutter. Gabriele Ohler berichtet von ihrer anfänglichen Planlosigkeit, die sich mit Gedanken über das eigene Sterben und der Zukunft der Tochter mischten. Die nahtlos anstehenden Untersuchungs- und Gesprächstermine in einem Krebszentrum haben ihr den Weg zunächst vorgegeben. Besonders ihr Ehemann sei ihr dabei eine große Stütze gewesen, erzählt Gabriele Ohler, weil er als der sachlich Besonnene ihr bei allen Untersuchungen und Beratungen moralische Stärke habe bieten können. Schwierig fand sie den Umgang mit ihren Eltern, diese hätten allerdings dann den Spagat zwischen Helfen und Mitleiden gut gemeistert.

Zwei Wochen nach Diagnosestellung erfolgte die brusterhaltende Operation. Dass die Lymphe nicht betroffen gewesen war, empfand Gabriele Ohler als „kleinen Fünfer im Lotto.“ Als Sportlerin beschäftigt sie sich sehr stark mit der eigenen Körperlichkeit – heute habe sie sich an den Anblick ihrer operierten Brust gewöhnt, es sei lediglich eine kleine Delle geblieben. Neben Sport sei ihr auch die bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung sehr wichtig.

Gabriele Ohler berichtet, dass sie nach einigen Wochen ihre Gedanken schließlich in ein sportliches Motto lenken konnte: Das wird ein Marathon, den Du gehen musst und gehen willst. So sah sie in der Chemotherapie weniger ein Gift, sondern eher ein „Doping“, dessen Nebenwirkungen sie gut mit Aufenthalten in der Natur und Yoga im Griff hatte. Mit dem Haarverlust sei sie spielerisch umgegangen und kombinierte gerne Mützen und Tücher als Accessoires zu ihrer Kleidung.

Gabriele Ohler beschreibt sich selbst als hinterfragende und manchmal auch unbequeme Patientin. Die Krebserkrankung, in der sich Lethargie, Euphorie und Glücksmomente abwechselten, habe ihr allerdings auch Strukturiertheit, Gelassenheit und die Fähigkeit gegeben, sich selbst Freiheiten zu gönnen. Ursachenforschung war für sie nicht vordergründig wichtig, sondern in der Gegenwart dafür etwas zu tun, gesund zu werden. Gabriele Ohler blickt nach vorne. Sie sagt, dass das Aushalten von schwierigen Lebenssituationen das Wahrnehmen von Glück viel bewusster werden lässt.

Das Interview wurde Anfang 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Gabriele Ohler

Betroffene sollen den Blick nach vorne richten, rät Gabriele Ohler.

Gabriele Ohler hat durch die Hormontherapie nicht an Gewicht zugenommen.

Bei Gabriele Ohler kreisten nach der Diagnose die Gedanken um Tod und was jetzt passieren wird.

Für die Sportlerin Gabriele Ohler war die Chemotherapie wie Doping.

Gabriele Ohler entschied selbst, dem Körper durch die Mistel eine Stimulanz zu geben.

Gabriele Ohler glaubt, dass es schwer für ihre Eltern ist, sie leiden zu sehen.

Die erste Reha war für Sport, die zweite für Ernährung, die dritte soll für Gabriele Ohler um Gefühle gehen.

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