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Die Erfahrungen von Elke Ferch

Portrait Elke Ferch ist geschieden und hat zwei erwachsene Söhne. Vor ihrer Frühpensionierung arbeitete die 66-Jährige im pädagogischen Bereich und hat sich nach ihrer Krebserkrankung in einem künstlerischem Beruf selbstständig gemacht. 1991 wurde Elke Ferch das erste Mal Brustkrebs diagnostiziert. In den Jahren 2010, 2011 und 2012 hatte sie jeweils ein Rezidiv.

Sie könne sich noch gut an den Erhalt der Krebsdiagnose erinnern, berichtet Elke Ferch. An diesem sonnigen Oktobertag vor über 20 Jahren sei eine Welt in ihr zusammengebrochen und sie habe sofort starke Verlustängste gehabt. In einer Operation wurden ihre rechte Brust und zwei Drittel der Lymphknoten entfernt. Weiterleben mit nur einer Brust war eine entsetzliche Vorstellung für die damals junge Frau, aber ein sofortiger Brustaufbau sei früher noch nicht üblich gewesen.

Elke Ferch machte eine Strahlen- und Chemotherapiekombination und danach eine Hormontherapie, was die Hölle gewesen sei, erzählt sie. Ihr damaliger Gemütszustand habe zum tristen Novemberwetter gepasst: Trübheit, Nebel, kein Sonnenschein. Die starken Nebenwirkungen habe sie immer zu verbergen versucht, was sie im Nachhinein als falsch bewertet.

Das Schminken habe ihr in dieser Zeit besonders geholfen, denn ihr Spiegelbild vermittelte ihr dadurch: Du siehst gar nicht so krank aus. Tatsächlich fühlte sich Elke Ferch zwar dem Tod nahe, aber nicht wirklich krank. Ihre Haare hat sie durch die Chemotherapie nicht verloren.

Die Behandlungsnebenwirkungen der Rezidive waren im Vergleich zur ersten Therapie sehr viel schwächer. Auch habe sie ganz anders auf die Diagnosen reagiert: weniger panisch und gezielter nachfragend, ob es nicht zum Beispiel Alternativbehandlungen gibt.

Bis heute hat sie ihre Brust nicht wiederaufbauen lassen. Anfangs habe sie sich immer wieder gefragt: Bin ich jetzt hässlich? Und auch die möglichen Reaktionen der Männerwelt haben sie beschäftigt. Sie testete diese aus und machte positive Erfahrungen, die ihr zeigten: Du bist immer noch wertvoll. Von dem Moment an sei es ihr gut gegangen.

Elke Ferch spricht in der Vergangenheitsform über den Brustkrebs. Sie sei für jeden schönen Tag dankbar. Da sie so plötzlich mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert worden sei, lebe sie heute intensiver, plane, als wäre sie am Anfang ihres Lebens. Dabei habe ihr die Aussage ihres Bruders geholfen: Starke Menschen bräuchten einen starken Schuss vor den Bug, um zu wissen, wo es langgeht.

Das Interview wurde Ende 2012 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Elke Ferch

Elke Ferch hat gelernt, Andere um Hilfe zu bitten.

Weil sie nicht ganz davon überzeugt war, gab Elke Ferch die Misteltherapie auf.

Elke Ferch lernte Menschen kennen, die sie wertschätzen, weil sie etwas hinter sich hat, was ihnen Angst macht.

Für Elke Ferch war es eine Erleichterung, bei einem Vortrag zu hören, dass es keine Krebs-Typen gibt.

Elke Ferch zeigte ihrer Familie nicht, wenn es ihr schlecht ging. Heute würde sie es anders machen.

Elke Ferch findet, dass starke Menschen eine starke Herausforderung bräuchten.

Elke Ferch legt Wert darauf, zu sagen, „Ich hatte Krebs“.

Elke Ferch war zur Gesundung in einer privaten Einrichtung ohne Klinikcharakter.

Elke Ferch entschied sich bewusst dafür, sich im Strandkorb auszuziehen und testete Männerreaktionen.

Elke Ferch bedauert, dass es keine Dessous für Frauen nach einer Brustoperation gibt.

Elke Ferch bittet ÄrztInnen, vorsichtiger mit ihrer Wortwahl umzugehen.

Elke Ferch sonnte sich oben ohne im Strandkorb und wurde von einem Mann angesprochen.

Elke Ferch wünscht sich einen „normalen“ Umgang und eine warme Atmosphäre in den Kliniken.

Ein Brustaufbau kam für Elke Ferch nicht in Frage.

Elke Ferch wurde durch die Hormontherapie von jetzt auf sofort in die Wechseljahre geschickt.

Elke Ferch hätte sich ihren Ehemann öfters an ihre Seite gewünscht.

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