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Die Erfahrungen von Doris Teller

Portrait Doris Teller ist 58 Jahre alt, geschieden, hat einen erwachsenen Sohn und eine Enkelin. Ende 2010 bekam sie die Diagnose eines Tripple Negativ Tumors. Die Behandlung beschreibt sie als „harten Weg.“ Als Alleinstehende versorgte sie sich während der ambulanten Chemotherapie selbst.

Doris Tellers Mammographie-Befund war unauffällig. Ein Vierteljahr später ertastete sie eine Verhärtung in der Brust. Als dieser Knoten drei Monate später größer wurde, veranlasste die Frauenärztin eine Biopsie. Die Diagnose Brustkrebs erhielt sie telefonisch an einem Freitag beim Einkaufen, sie fühlte sich danach „wie in einem Film.“ Doris Teller wurde bereits am Donnerstag darauf brusterhaltend operiert. Aufgrund der Größe und Lage des Tumors musste dann allerdings die Brust in einer zweiten Operation abgenommen werden. Ein Expander wurde eingesetzt und ein Jahr später bekam sie ein Brustimplantat, welches verrutschte, nun sind die Brüste asymmetrisch. Eine Korrekturoperation wartet sie noch ab.

Als Alleinstehende stellte die Krebserkrankung Doris Teller vor besondere Herausforderungen. Während der Chemotherapie hätte sie gerne eine nahestehende Person an ihrer Seite gewusst – als Unterstützung und Gesprächspartner. Ihren Sohn wollte sie nicht belasten. Auch hätte sie es sich gewünscht, manchmal in den Arm genommen zu werden, verspürte jedoch eine Hemmschwelle, jemanden aus ihrem Bekanntenkreis danach zu fragen. Sie kümmerte sich allein um den Haushalt und musste für die Zeit nach der Chemotherapie organisieren, genügend Essen zuhause zu haben. Auch zu den Untersuchungen ging sie allein. Ihr Nachbar mähte ihren Rasen, über diese Unterstützung freute sie sich sehr. Während ihrer 17-monatigen Behandlungszeit war sie viel im Wald laufen. Als schöne Abwechslung empfand sie es, mit den Frauen aus ihrer Gymnastikgruppe regelmäßig nach dem Sport etwas trinken zu gehen, das habe sie auf andere Gedanken gebracht. Nach Ende der Krankschreibung musste sie wieder arbeiten, um sich zu finanzieren. Sie hofft aber darauf, bald in Altersteilzeit gehen zu können.

Die Krebserkrankung empfand sie als gewaltigen Einschnitt in ihrem Leben. Ihre Frohnatur, ihr Kampfgeist und ihre Naturliebe trugen dazu bei, immer wieder „hoch“ zu kommen. Auch ermutigte sie ihr Arzt, indem er sie in den Arm nahm und sagte: „Das schaffen wir schon.“ Eine Bekannte schenkte ihr eine CD mit aufbauenden Texten für Krebserkrankte, diese hilft ihr, zur Ruhe zu kommen. Heute genießt Doris Teller besonders die Momente mit ihrer Enkelin.

Das Interview wurde Anfang 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Doris Teller

Doris Teller findet, dass Kämpfen sich lohnt.

Doris Teller wurde bei der Brustentfernung gleich ein Expander eingefügt. Nach einem Jahr kam ein Implantat rein.

Doris Teller erlebte die Chemotherapie-Sitzungen in der Klinik wie im Wohnzimmer zu Hause.

Doris Tellers Abteilungsleiter und ihre Kollegin erkundigten sich nicht, wie es ihr geht.

Doris Teller leidet noch immer unter Vergesslichkeit und erlernt Strategien, damit umzugehen.

Doris Teller ist als Alleinstehende darauf angewiesen, dass sie nach 17 Monaten wieder arbeiten gehen kann.

Doris Teller findet einen Gesprächspartner für Alleinstehende wichtig. Sie geht zur Krebshilfe.

Nach der Kur, dem Strumpftragen und vielen Lymphdrainagen ist das Lymphödem von Doris Teller wieder weg.

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