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Portrait

Die Erfahrungen von Dagmar Schiffer

Dagmar Schiffer ist zum Zeitpunkt der Diagnose Brustkrebs 51 Jahre alt. Sie ist verwitwet, lebt in einer Wohngemeinschaft und ist verbeamtet. Für sie stellt Krebs kein Notfall dar, es ist ihr wichtig, den Alltag fortzusetzen.

Als Dagmar Schiffer 2011 einen Knoten an der Brust spürte, dachte sie zunächst an eine Warze unter der Haut. Durch den Brustkrebs ihrer Mutter sensibilisiert, suchte sie zur Abklärung ihren Gynäkologen auf. Daraufhin wurde Brustkrebs diagnostiziert und eine brusterhaltende Operation durchgeführt, sowie die befallenen Lymphknoten entfernt. Es folgten eine Chemotherapie, eine Bestrahlung und eine Hormontherapie. Die Chemotherapie sei „easy“ gewesen, so Dagmar Schiffer, die Bestrahlung hingegen habe ihr zugesetzt: Sie sei während der Behandlung „schusselig“ gewesen und bis heute leide sie noch unter großer Müdigkeit. Zum Zeitpunkt des Interviews bekommt Dagmar Schiffer eine Antikörper- und eine Hormontherapie. Die Nebenwirkungen – wie Knochenschmerzen – habe sie in ihr Leben integriert.

Dagmar Schiffers Ehemann war vor ihrer Erkrankung ganz plötzlich verstorben. Brustkrebs sieht sie im Vergleich zu diesem Erlebnis nicht als Notfall. Während ihrer ganzen Behandlung habe sie stets ihren Alltag weiter führen können. Die Erkrankung habe ihr gezeigt, dass sie dieses Denken verinnerlicht habe: Der Krebs habe sie ruhig werden lassen, das Leben gehe erst mal weiter.

Noch vor der Chemotherapie ließ sich Dagmar Schiffer ihre Haare abrasieren. Sie wollte nicht wie ihre Mutter damals mit Haarausfall konfrontiert werden. Dieses Sichtbarwerden der Erkrankung habe es ihr erleichtert, krank zu sein und habe es für andere Menschen direkt erkennbar gemacht, was sie als hilfreich beschreibt. Die Chemotherapie sei so ein bewusstes Gehen des Weges gewesen.

Das Vertrauen zu ihrem Gynäkologen war für Dagmar Schiffer sehr wichtig, sie bezeichnet ihn als ihren medizinischen Lotsen durch die Behandlungsphasen. Eine Jahre zuvor an Brustkrebs erkrankte Freundin sowie ihre Schwester leisteten ihr großen Beistand. Dass ihre Freundin sie zu Terminen begleitete und beriet, half ihr sehr. Dagmar Schiffer würde sich für alle an Brustkrebs erkrankten Frauen solche Patientinnen-Lotsinnen wünschen.

Das Interview wurde Ende 2012 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Dagmar Schiffer

Dagmar Schiffer weiß: Brustkrebs ist kein Notfall und in jedem Stadium behandelbar.

Dagmar Schiffer findet, dass der medizinische Fachjargon aufgeweicht werden müsste.

Dagmar Schiffer hatte das Gefühl, von ihrem Tumor Abschied nehmen zu müssen.

Dagmar Schiffer fand die Bestrahlung schlimmer als die Chemotherapie. Sie fühlte sich ungeheuer müde.

Dagmar Schiffer beschreibt den Ablauf einer Stanzbiopsie.

Dagmar Schiffer hatte durch die Immuntherapie Knochenschmerzen.

Während der Chemotherapie wurde Dagmar Schiffer naturheilkundlich begleitet.

Dagmar Schiffer fände es gut, wenn Betroffene eine Patientinnen-Lotsin zur Seite hätten.

Dagmar Schiffer denkt über alternative Bezeichnungen für die Tumorkonferenz nach.

Dagmar Schiffer fand sich mit dem Haarverlust ab und vergleicht ihn mit einem Provisorium bei Zahnersatz.

Dagmar Schiffer sah den Haarverlust als Chance zum Wechsel zu einer Kurzhaarfrisur.

Dagmar Schiffers Arzt sagte, Brustkrebs sei in jedem Stadium behandelbar.

Dagmar Schiffer ist der Meinung, dass Panik die endgültige Diagnose nicht ändere und das Leben weiter gehe.

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