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Die Erfahrungen von Claudia Kressmann

Portrait Claudia Kressmann ist 51 Jahre alt, verheiratet, hat drei Kinder und drei Enkel. Mit 35 Jahren bekam sie die Diagnose Brustkrebs, die Kinder waren noch minderjährig. Viele Jahre später entschied sie sich für einen Brustaufbau mit Eigenfettgewebe und gewann dadurch ein neues Lebensgefühl.

Als Claudia Kressmann einen selbstertasteten Knoten abklären lassen wollte, bestand erst aufgrund ihres jungen Alters die Hoffnung, es sei etwas Anderes. Dennoch wurde Krebs diagnostiziert und die linke Brust musste abgenommen werden. Eine lange Behandlungsphase mit vier Zyklen Chemotherapie, Bestrahlung und nochmal acht Zyklen Chemotherapie schloss sich an. Während dieser Therapien zog ihre Mutter bei der Familie ein und kümmerte sich um die Kinder. Diese Zeit sei für alle Beteiligten nicht leicht gewesen, berichtet Claudia Kressmann, da auch zwischen der Mutter und ihrem Mann eine angespannte Stimmung geherrscht habe.

Aufgrund der fehlenden Brust habe sie sich wie entstellt gefühlt und ihre Prothese nur abends zum Schlafen im Dunkeln abgenommen, erzählt sie. Besonders im Sommer sei das Tragen der Prothese beschwerlich. Während dieser Zeit habe Ihr Mann weder die gesunde Brust noch die Stelle der abgenommenen Brust berührt. Sie hätten nicht darüber gesprochen, es sei wie ein Tabu-Thema gewesen.

Lange Zeit hat sich Claudia Kressmann informiert, bis sie sich 2010 entschloss, einen Brustaufbau mit Eigenfettgewebe durchführen zu lassen. Nach der Operation nahm der Arzt ihre rechte Hand und legte sie auf die aufgebaute Brust. Das sei für sie ein unvergessliches Gefühl gewesen, erinnert sie sich, dort nach 14 Jahren wieder etwas Warmes zu spüren. Seitdem fühlt sie sich wie ein neuer Mensch und ist viel selbstbewusster. Im Nachhinein ist ihr deutlich geworden, wie unglücklich sie vorher war: Damals sei sie froh gewesen, überhaut weiterzuleben und dachte, dass sie den Verlust der Brust dafür hinnehmen müsse. Heute ist Claudia Kressmann sehr stolz auf ihre aufgebaute Brust und zeigt sie bei ärztlichen Vorträgen über Brustaufbau und interessierten Freunden und Bekannten. Ihr Mann habe nun keine Berührungsängste mehr.

Der Besuch einer Selbsthilfegruppe hat Claudia Kressmann zur Zeit ihrer Behandlung Mut gemacht, besonders die Mitgliedsfrauen, die bereits vor zehn Jahren erkrankten, seien ein Lichtblick für sie gewesen. Heute ist sie selbst Leiterin einer Selbsthilfegruppe und auch auf überregionaler Ebene engagiert. Diese Aufgabe mache ihr viel Spaß und habe sie gestärkt, mit der Erkrankung zu leben.

Das Interview wurde Anfang 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Claudia Kressmann

Claudia Kressmanns Mann fasste die Stelle der abgenommenen Brust nicht an.

Claudia Kressmann beschreibt, wie ihre Brust mit Eigenfettgewebe rekonstruiert wird.

Claudia Kressmanns Prothese machte sich im Pool selbstständig.

Die Leitung der Selbsthilfegruppe hat Claudia Kressmann gestärkt.

Claudia Kressmann beschreibt, dass sie nicht nur gegen die Krankheit ankämpft, sondern mit dem Strom schwimme.

Claudia Kressmanns Tochter war geschockt und ihr Ältester spricht erst mit 30 über seine Ängste von damals.

Bei der Nachsorge erhielt Claudia Kressmann einen Befund und musste operiert werden. Ihre Sorgen zeigte sie nicht.

Claudia Kressmann beschäftigt es, dass ihr Sohn auch Brustkrebs-Genträger sein könnte.

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