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Portrait

Die Erfahrungen von Brigitte Rose

Brigitte Rose ist verheiratet und zum Zeitpunkt des Interviews 51 Jahre alt. 2012 wurde bei ihr Brustkrebs festgestellt. Durch ihre familiäre Belastung rechnet sie damit, dass wieder etwas passieren kann. Der Brustkrebs spielt heute für die Selbstständige zwar eine Rolle, aber keine Hauptrolle.

Als es bei einer regulären Mammographie einen unklaren Befund gab, entschied sich Brigitte Rose nach Rücksprache mit ihrer Mutter, die selbst an Brustkrebs erkrankt war, für eine Biopsie, die zur Brustkrebsdiagnose führte. Sie erzählt, dass die Diagnose sie nicht überrascht habe, da neben ihrer Mutter auch die Großmutter bereits an Brustkrebs erkrankt war. Bei einem Test auf erbliche Belastung kam heraus, dass ein Brustkrebs-Gen bei ihr nicht nachweisbar ist.

Brigitte Rose wurde zunächst brusterhaltend operiert, doch dann musste zehn Tage später aufgrund der Untersuchungsergebnisse die ganze Brust abgenommen werden. Sie trägt eine Prothese und kommt damit gut zurecht. Bei Geschäftsterminen achtet sie besonders auf ihre Kleiderwahl.

Die größte Entscheidung für Brigitte Rose war: Chemotherapie ja oder nein. Sie berichtet, dass sie darüber lange mit ihrem Mann, ihren Eltern und den Ärzten diskutiert habe. In der Tumorkonferenz sei mit geringer Mehrheit eine Chemotherapie empfohlen worden. Diese hätte allerdings in ihrem Fall nur einen sehr geringen Einfluss auf die Rückfallwahrscheinlichkeit gehabt. Brigitte Rose holte sich eine Zweitmeinung an einem Universitätsklinikum ein, wo sie darin bestätigt wurde, aufgrund des geringen Vorteils keine Chemotherapie durchführen zu lassen. Da auch keine Lymphknoten befallen waren, entschied sie sich gegen eine Chemotherapie. Durch ihre berufliche Situation als selbstständige „Einzelkämpferin“ hätte sie auch gar nicht so lange ausfallen können, meint sie, es wäre mit den gesundheitlichen Beeinträchtigungen schwierig geworden.

Im Rahmen ihrer Teilnahme an einem Universitätsklinik-Projekt für Hochrisikopatienten erhält sie engmaschige Untersuchungstermine zur Sonographie, Mammographie und zum MRT. Diese regelmäßigen Kontrollen sind Brigitte Rose sehr wichtig. Derzeit nimmt sie Tamoxifen und vertrage es recht gut.

Da sich Brigitte Rose darüber bewusst ist, dass der Krebs wiederkommen kann, versucht sie vorbeugend, sich vernünftig zu ernähren, wenig Alkohol zu trinken und Sport zu treiben. Für die Zukunft plant Brigitte Rose die Verringerung ihrer Arbeitsbelastung, da sie nicht mehr wie vor der Erkrankung weit über 40 Stunden arbeiten könne. Sie freut sich über Anteilnahme aus ihrem Umfeld, wenn ihr zum Beispiel Schweres Tragen abgenommen wird.

Das Interview wurde Mitte 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Brigitte Rose

Brigitte Rose will Entscheidungen in Ruhe überlegen.

Brigitte Rose möchte nicht ohne Prothese sein und richtet sich mit ihrer Kleidung darauf ein.

Brigitte Rose hat trotz Hormontherapie noch regelmäßig ihre Menstruation.

Brigitte Rose findet, dass das Sexuelle in jeder Partnerschaft für sich geklärt werden muss.

Als Selbstständige ist es Brigitte Rose wichtig, nicht so lange auszufallen.

Brigitte Rose wendete sich an den Medizinischen Dienst, um die Kostenübernahme des MRT zu erwirken.

Brigitte Rose ist in einem Projekt zur Nachsorge, denn sie geht davon aus, wieder zu erkranken.

Die Tumorkonferenz empfahl Brigitte Rose mit geringer Mehrheit, eine Chemo durchzuführen, sie lehnte ab.

Brigitte Rose ist der Meinung, dass man mit guter Ernährung und Sport vorbeugen kann.

Brigitte Rose wünscht sich von ihren FreundInnen ein normales Verhalten: weder zu viel Sorge noch zu wenig Interesse.

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