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Die Erfahrungen von Anke Schwartz

Portrait Anke Schwartz lebt allein und hat eine erwachsene Tochter. Zum Zeitpunkt des Interviews ist sie 51 Jahre alt und berufstätig. Dass sie wie ihre verstorbene Mutter BRCA2-Genträgerin ist, verursacht bei ihr eine große Angst.

Im Zuge der Brustkrebserkrankung ihrer Mutter bekam Anke Schwartz 1998 das Testergebnis, BRCA2-Genträgerin zu sein. In den folgenden Jahren ging sie engmaschig zu Früherkennungsuntersuchungen. Ihre Mutter war bereits verstorben, als sie selbst 2011 die Diagnose Brustkrebs erhielt. Eine brusterhaltende Operation wurde durchgeführt. Eine Bestrahlung folgte, die mit erheblichen Nebenwirkungen einherging. Sie bekam zusätzlich eine Behandlung mit Aromatasehemmern. Heute leidet Anke Schwartz an einem Lymphödem und hat starke Schulterschmerzen. Sie muss einen Kompressions-BH tragen und regelmäßig eine Lymphdrainage durchführen lassen, was sie als „Schadensbegrenzung“ beschreibt. Dass die Erkrankung durch die angestaute Lymphflüssigkeit für andere sichtbar wird, belastet sie sehr.

Als Anke Schwartz ihrer Tochter die Brustkrebs Diagnose mitteilte, warf diese ihr vor, emotionslos zu sein. Erst dann habe sie weinen können, erzählt sie, die Gefühle traten bei ihr zeitversetzt auf.

Sie hat oft starke Ängste und liegt nachts grübelnd im Bett. Diese Ängste stehen für sie im Zusammenhang mit der Krankheitsgeschichte ihrer Mutter und die Gedanken holen sie immer wieder ein, das gleiche, schwere Schicksal wie ihre Mutter erleben und früh sterben zu müssen. Die Nachsorge gibt ihr das Gefühl, zu tun, was sie tun könne. Um die Wahrscheinlichkeit einer Wiedererkrankung zu verringern, plane sie, beide Brüste abnehmen zu lassen. Dafür will sie sich psychologische Betreuung suchen.

Anke Schwartz nimmt sich bewusst „Ich-Tage“. Dann tut sie nur Dinge, die ihr Freude bereiten. Dies habe sie während des Reha-Aufenthalts durch Gespräche mit einer Psychologin erst lernen müssen. Musik zu hören, in einer „Kuschelecke“ zu lesen oder „den Kopf frei zu laufen“, mache sie dann gerne.

Ein hohes Wiedererkrankungs-Risiko zu haben, sei ein belastendes Gefühl. Trotz dieser konstanten Angst ist es Anke Schwartz wichtig, Spaß im Leben zu haben. So begibt sie sich hinein in die Schönheit des Lebens und freue sich beispielsweise über Blumen, die ihre Wohnung schmücken. Den Krebs beschreibt Anke Schwartz metaphorisch als „Einkaufstasche“, die sie mit sich herumträgt, aber manchmal auch einfach stehen lässt.

Das Interview wurde Anfang 2013 geführt.

 

Alle Interviewausschnitte von Anke Schwartz

In der Zeit der Bestrahlung fand Anke Schwartz die Fahrten zwischen Arbeitsstelle und Strahlenklinik schwierig.

Anke Schwartz zählt ihre Beschwerden durch die Bestrahlung auf.

Für Anke Schwartz ist es schlimm, auf den Brustverlust angesprochen zu werden und ihn im Spiegel zu sehen.

Anke Schwartz fühlte sich zunächst wie eine laufende Maschine und konnte nicht weinen.

„Ich will leben“ ist Anke Schwartzs Leitsatz.

Anke Schwartz will mit der Einhaltung des Nachsorgeplans eine gewisse Sicherheit und Ruhe für sich finden.

Anke Schwartzs Lymphknoten waren zunächst unauffällig, bei der OP fand man dann eine Mikrometastase im Sentinel.

Anke Schwartz zieht Kraft aus ihren „Ich-Tagen“: Da macht sie nur, worauf sie Lust hat.

Anke Schwartz muss sich als Genträgerin noch klar werden, ob sie sich beide Brüste abnehmen lässt.

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