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Theodor Wuttke hat beim Austausch mit anderen Betroffenen festgestellt, dass AD(H)S die bereits vorhandenen Charakterzüge verstärkt. Das half ihm, seine eigene Situation besser zu verstehen.

Ich habe mal mit anderen ADSlern gesprochen ein bisschen. Zum einen habe dadurch halt eben mit einem ADHSler gesprochen und dann mir halt eben von ihm die Situation erläutern lassen, wie ist es denn bei ihm. Und ich habe dann halt eben auch noch mit einem anderen ADSler gesprochen also ohne H. Und habe ihn dann halt eben ein bisschen ausgequetscht, wie er das denn halt eben so wahrnimmt. Und da sind doch einige Sachen nah beieinander gewesen. Die Charakterzüge sind halt eben das einzige was dann halt eben die Krankheit – oder das Problem je nachdem wie man es benennen möchte – das Individuelle daran, dass das auch auf den Charakter eine Auswirkung hat. Dass dann halt eben doch die Charakterzüge entweder ins Extreme wandern oder halt eben ins – was ist das Gegenteil von Extrem? – das man halt eben bestimmte Sachen einfach nicht so stark ausgeprägt sind und eben zum Beispiel das bei mir gar nicht ausgeprägt war: die Sensibilität anderen gegenüber. Das war zum Beispiel nicht sehr stark ausgeprägt. Während zum Beispiel aber meine Selbstempfindung, dass ich dann halt eben genau weiß, was gerade mit mir los ist – dass das halt eben doch stärker da war als bei anderen. Oder das ich dann halt eben auch verstärkt auf andere Leute zugehe, das ich gerne Kontaktfreudig bin, gerne auch körperlich das zeige meine Kontaktfreudigkeit – dass das dann halt eben doch Ausmaße hat, die ins Extreme geht. Und davor hatte ich größtenteils auch Angst. Eben weil ich genau weiß, dass das andere Leute verletzt und das will ich ja nicht. Ich will ja nicht die Leute verletzen. Das war eine lange Zeit lang auch schwierig für mich und die größte Angst war bei mir wirklich, das ich wahnsinnig werde. Das ich anfange, einfach die Grenzen nicht mehr zu haben. Also das ich mir selber auch keine Grenzen mehr setze und das ist dann halt eben auch etwas, was eine Zeit lang auch an mir genagt hat. Das auch dafür gesorgt hat, aber auch das ich selber mir gesagt habe: „Gut, ich will die Medikamente nicht mehr." Eben weil die Angst, die Furcht entsprechend stark ausgeprägt war. Ich wollte halt eben – ich wusste genau wie ich sein wollte und wie ich nicht sein wollte. Und ich schaue auch immer einzeln an, was bin ich denn überhaupt: „Ich bin zum einen ein netter Mensch, ich bin groß, ich bin dies, das, jenes und so weiter und so fort. Ich bin auch zum Beispiel träge, ich bin auch faul" – das ist hier nicht so, dass wir nur gut oder nur toll sind. Und das ich dann halt eben versuche bestimmte Charakterzüge dann halt eben gezielt rauszunehmen und andere Charakterzüge die ich aber sein möchte – zum Beispiel halt eben, dass meine Nettigkeit erhalten bleibt, dass ich das dann halt eben entweder ausbaue oder erhalte.

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