Die Erfahrungen von Fiona Zander

Portrait Fiona Zander ist 20 Jahre alt und sagt über sich: „Ich hatte eigentlich nie wirklich das Gefühl, dass ich ADHS habe.“ Sie merkte es erst an der Reaktion ihrer Eltern und daran, dass sie sehr vergesslich und mit den Gedanken ständig woanders ist oder sich nicht gut konzentrieren kann. Sie berichtet davon, dass sie permanent das Gefühl hatte, dass sie andere nerve. Fiona kommt sich vor, als sei sie ein „Problemkind“ und ein „schwarzes Schaf“. Fiona Zander hat einer Veröffentlichung ihres Interviews in der Audioversion zugestimmt.

In der ersten Klasse, die sie in Spanien besuchte, fiel ihr auf, dass sie im Unterricht nicht stillsitzen konnte. Ihre Schulzeit war grundsätzlich sehr schwierig. Neben ADHS kam eine Dyskalkulie hinzu. Außerdem fühlte sie sich gemobbt: nämlich schlecht von anderen Mitschülerinnen und Mitschülern behandelt, weil sie immer aktiv war, „rumgehampelt“ und ohne Unterbrechung „geredet hat“. Nach ihrem Schulabschluss verbrachte sie drei Monate in einer stationären Klinik. Sie ist nach Schottland gezogen, um dort zu studieren. Leider kann sie sich immer noch nur schwer konzentrieren und ihre Noten leiden darunter.

Die Diagnosestellung erfolgte im Alter von 7 Jahren. Währenddessen wurde auch eine musische und sprachliche Hochbegabung festgestellt. Fiona wusste nicht, was die Diagnose ADHS bedeutet und hat sich nicht weiter darüber informiert. Als Unterstützung bekam sie eine „Lernhilfe“, eine Person, die ihr bei Hausaufgaben half. Eine Kleinigkeit reicht bei Fiona jedoch, um sie vom Lernen abzulenken, weshalb auch diese Lernhilfe sie nicht weiterbrachte.

In der 6. Klasse probierte sie Medikamente aus. Fiona merkte jedoch keine Wirkung und setzte sie wieder ab. Als Nebenwirkungen spürte sie allerdings Kopfschmerzen und hatte Schlafprobleme. Irgendwann hat sie sich mit der Diagnose abgefunden und sagt „was anderes als damit leben, bleibt mir nicht übrig“. Was ihr dabei hilft, ist beispielsweise ihre vegane Ernährung, wodurch sie weniger Kopfschmerzen hat. Beim Lernen hilft es ihr, Musik zu hören und den Lernstoff immer wieder zu wiederholen.

Fiona Zander wünscht sich, dass AD(H)S allgemein nicht als „Problem“ angesehen und man als Mensch nicht darauf reduziert wird. Außerdem wünscht sie mehr Akzeptanz und einen besseren sozialen Umgang. Laut Fiona ist positiv an ADHS, dass sie die „kleinen Dinge“ sieht und deren „Schönheit“ erkennen kann. Das liegt ihrer Meinung nach daran, dass andere in ihrer Wahrnehmung zu fokussiert sind und dadurch die kleinen schönen Dinge des Lebens übersehen.

Das Interview wurde 30.01.2015 geführt.

Alle Interviewausschnitte von Fiona Zander

Fiona Zander hat die Diagnose als sehr belastend erlebt.

Fiona Zander merkte zwar schnell, dass sie sich durch ihr Medikament besser konzentrieren konnte, doch aufgrund starker Nebenwirkungen wollte sie es nicht mehr einnehmen.

Fiona Zander wünscht sich eine bessere Aufklärung über AD(H)S durch die Medien, so dass das soziale Umfeld besser über Hilfestellungen bei ADHS informiert ist.

Fiona Zander fallen bereits kleine Dinge im Alltag auf.

Als Fiona Zander einfach akzeptierte, dass sie anders ist, war ihr das eine große Hilfe.

Fiona Zander hat den Unterricht und die anderen Mitschüler und Mitschülerinnen früher immer wieder gestört, weil sie oft keine Lust auf Schule hatte.

Durch eine sehr genaue Tagesplanung versucht Fiona Zander die Nachteile durch ADH(S) auszugleichen.

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